Eine MIDI-Datei speichert Noten in digitaler Form. Sie hält fest, welche Noten gespielt werden, wann und wie lange — enthält aber keinen aufgenommenen Klang. Stattdessen sendet sie eine Folge von Nachrichten an ein kompatibles Gerät — Synthesizer, Klangmodul, Software —, das den Klang erzeugt.
Genau darin liegt der Unterschied zur MP3. Eine Aufnahme ist festgeschrieben. Eine MIDI-Datei lässt sich ändern: Tempo, Tonart, Instrumente, Lautstärke jeder Stimme — ohne jeden Qualitätsverlust.
MIDI steht für Musical Instrument Digital Interface. Es ist ein 1983 eingeführtes Standardprotokoll, über das elektronische Instrumente, Computer und andere Geräte miteinander sprechen. Es steuert und synchronisiert auch Licht- und Videoanlagen.
Wie die Information fließt
Sender
Sequenzer, Software, Keyboard, Pad-Controller
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Klangerzeuger
Klangmodul, Expander, VST/AU-Plug-in, Synthesizer
Was die Datei transportiert
Sieben Informationsfamilien, jede beantwortet eine Frage.
Wer spielt?
Die Kanäle
16 getrennte Kanäle
Ein Instrument oder eine Quelle pro Kanal
Mehrere Instrumente gleichzeitig gesteuert
In welchem Tempo?
Das Zeitmaß
Tempo in Schlägen pro Minute
Taktart (4/4, 3/4…)
MIDI-Clock zur Synchronisation
Auflösung in Ticks pro Viertel
Mit welchem Klang?
Die Klangfarben
Programmwechsel
Bank-Auswahl
Normierte General-MIDI-Nummern
Einstellungen über Control-Change
Wann?
Die Platzierung
Absolute Position jedes Ereignisses
Quantisierung
SMPTE-Timecode
Marker und Sprungpunkte
Welche Noten, und wie?
Das Spiel
Tonhöhe von 0 bis 127 (60 = eingestrichenes C)
Velocity, die Anschlagstärke
Artikulation
Pitch Bend
Wie lange?
Die Dauer
Note-On- und Note-Off-Ereignisse
Haltepedal
Release-Velocity
Legato und Staccato
Und was noch?
Die Steuerung
Modulationsrad, Expression
Effekte: Hall, Chorus
Aftertouch
Gerätespezifische SysEx-Nachrichten
Mixer-Automation, Loop-Punkte
Wie es gelesen wird
Es ist eine Folge von Anweisungen, Zeile für Zeile gelesen von jeder kompatiblen Hard- oder Software: Cubase, Logic, Ableton Live, Reason, MuseScore, Guitar Pro sowie Keyboards von Korg, Yamaha, Roland oder Arturia. Ein einziges Stück kann Tausende von Angaben enthalten, von der schlichten Note bis zu Effekteinstellungen Ihres Geräts.
Ein kompaktes, langlebiges Format, das eine Interpretation ohne Audio transportiert: ideal zum Bearbeiten, Arrangieren und Weitergeben einer musikalischen Idee von System zu System.